20. – 22. November 2026 · Berlin

Programm

3 Tage, 5 Stücke, 16 side-events und eine Vielzahl von Künstler*innen.

Alle Aufführungen finden in griechischer Sprache statt und werden mit griechischen sowie deutschen Übertiteln begleitet. Darüber hinaus werden bei ausgewählten Vorstellungen Übertitel angeboten, die für T*taube und schwerhörige Menschen angepasst sind, sowie eine Audiodeskription und Tastführung für sehbehinderte Menschen und eine Verdolmetschung in die Griechische Gebärdensprache. Denn Kunst entfaltet ihre Kraft erst, wenn sie barrierefrei für alle ist.

Freitag 20.11. Griechische Botschaft Berlin
Samstag 21.11. – Sonntag 22.11. tak Theater Aufbau Kreuzberg, am Moritzplatz

Die Stücke

5 Aufführungen

Programm im Detail

Freitag

20.11.2026 Griechische Botschaft
19.15
Begleitveranstaltung: Klavierkonzert – Valentini Loizou Griechische Botschaft

Das Festival startet nicht mit Worten, sondern mit Musik. Die griechisch-zyprische Pianistin und Komponistin Valentini Loizou trägt in ihrer Lebensgeschichte das Dreieck in sich, aus dem auch dieses Festival besteht: Griechenland, Zypern, Berlin. Sie spielt ihre eigenen Kompositionen in einem kontinuierlichen Fluss, in dem ein Stück zum nächsten überleitet, und heißt das Publikum in den Räumlichkeiten der griechischen Botschaft willkommen, womit sie den Ton für die folgenden drei Tage angibt.

19.45
Begleitveranstaltung: Festivaleröffnung – Begrüßung Griechische Botschaft

Der Moment, in dem ein Festival aufhört, nur ein Plan zu sein, und zur Realität wird. Das Organisationsteam heißt das Publikum, die Autoren und alle, die dieses erste Vorhaben unterstützt haben, willkommen und eröffnet offiziell das Greek Theater Festival Berlin.

20.00
Theateraufführung Ich, ihre Sklavin Vangelis Hatziyannidis · Griechische Botschaft Tickets ↗ — Ich, ihre Sklavin
21.00
Im Gespräch mit dem Autor Vangelis Hatziyannidis (per Video) Moderation: Violeta Lupis · Griechische Botschaft

Gleich nach der Aufführung unterhält sich der Autor von „Ich, ihre Sklavin“ offen mit dem Publikum. Wie entsteht eine Stimme wie die der Sklavin, was bedeutet es, einer Person das Wort zu erteilen, die der Mythos im Dunkeln gelassen hat, was hält einen Text am lebendig, wenn er in eine andere Sprache und eine andere Stadt übersetzt wird? Das Gespräch entwickelt sich aus den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.

21.30
Begleitveranstaltung: Begrüßungsempfang Griechische Botschaft

Der erste Tag endet, so wie es sich für jede griechische Sache geziemt: am Tisch. Autoren, Künstler und Publikum treffen sich ganz locker, dort, wo die interessantesten Kollaborationen meist ihren Anfang nehmen.

Samstag

21.11.2026 tak Theater Aufbau Kreuzberg
13.30
Begleitveranstaltung: Networking-Event: „Show me yours I’ll show you mine“ Moderation: Aristotelis Chaitidis · tak Village

Man sagt oft, dass es in Berlin sehr leicht ist, neue Menschen kennenzulernen, aber schwierig, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Ähnlich verhält es sich mit dem Austausch unter Künstler*innen: Mit anderen Künstler*innen in Kontakt zu kommen, ist das eine – tatsächlich zusammenzuarbeiten, etwas ganz anderes! Mit unserem Networking-Event „show me yours, I’ll show you mine“ möchten wir ausgewählte Theatermacher*innen und Theaterfachleute aus der freien Berliner Kunstszene zusammenbringen – sowohl griechische als auch nicht-griechische.

16.00
Theateraufführung Liebe Waschmaschine Antonis Georgiou · Hauptbühne Tickets ↗ — Liebe Waschmaschine
17.00
Im Gespräch mit dem Autor Antonis Georgiou Moderation: Stylianos Benetos · Hauptbühne

Gleich nach der Aufführung unterhält sich der Autor von „Liebe Waschmaschine“ offen mit dem Publikum. Drei Monologe, Iokaste, die sich weigert zu trauern, Nitsa, die sich erinnert, und ein Mann, der einem Haushaltsgerät sein Herz ausschüttet. Wie hängen diese Stimmen miteinander zusammen? Was bedeutet es, über die Liebe außerhalb der altersbedingten Konventionen zu schreiben? Und wie sieht das erste Theaterstück eines Anwalts aus, der sowohl Gedichte als auch Prosa schreibt? Das Gespräch entwickelt sich aus den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.

17.30
Begleitveranstaltung: Videovorführung – „Kenotopio I“ von Yiannis Pappas Foyer

Der auf Patmos geborene und in Berlin lebende Yiannis Pappas ist ein bildender Künstler und Performer, der mit Video, Fotografie und Installationen arbeitet und dabei meist seinen eigenen Körper in den Mittelpunkt seiner Werke stellt. Im Theater wird Ausdauer in Stunden gemessen; in seiner Arbeit in Tagen. Seine Werke drehen sich um Grenzen, um das Sichtbare und das Unsichtbare, und um die Frage: „Inwieweit beschränkt uns die erste Grenze, die wir in uns tragen: unsere Haut?“ Marina Abramović, die ihn immer wieder für ihre Projekte ausgewählt hat, bezeichnet ihn als einen der bedeutendsten Performer der Zukunft.

18.00
Begleitveranstaltung: Podiumsgespräch: „Warum wird zeitgenössische griechische Dramatik so selten übersetzt?“ Moderation: Dr. Michalis Georgiou · Teilnehmer*innen: Irini Moundraki, Marina Maleni, Savvas Patsalidis, Niki Lambrianidou, Gerasimos Bekas · Hauptbühne

Sophokles wird heute Abend irgendwo auf der Welt aufgeführt. Wahrscheinlich auch Euripides. Zeitgenössische griechische und zyprische Autorinnen und Autoren schaffen es hingegen nur selten auf ausländische Bühnen. Was versperrt den Weg zwischen dem Originaltext und der Bühne eines anderen Landes? Der Markt, die Institutionen, die Sprache selbst – oder schlicht die Tatsache, dass es niemand verlangt hat? Diese Frage zieht sich durch das gesamte dreitägige Programm. Hier wird sie offen gestellt – von Übersetzerinnen und Übersetzern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Theaterfachleuten, gemeinsam mit den Autorinnen und Autoren der jeweiligen Werke im Saal.

19.00
Begleitveranstaltung: Konzert – Panos Voulgaris Foyer

Geboren in Sparta, lebt seit 2012 in Berlin. Panos Voulgaris ist Gitarrist und Komponist. Seine Ausbildung in klassischer Gitarre und Harmonielehre wurde später durch Jazz und Improvisation ergänzt. In Berlin gründete er die World Jazz FUSAK Band. Außerdem schreibt er Prosa und hat bereits zwei Bücher veröffentlicht. Er verlässt Griechenland, wie so viele andere auch; was er jedoch mitnimmt, sind seine Akkorde und Sprache. Heute Abend kommt er allein: eine Gitarre im Foyer, zwischen zwei Vorstellungen, dort, wo Musik keine Bühne braucht, um gehört zu werden.

20.00
Theateraufführung N–EURO–SE Lena Kitsopoulou · Hauptbühne Tickets ↗ — N–EURO–SE
21.00
Im Gespräch mit der Autorin Lena Kitsopoulou Moderation: Violeta Lupis · Hauptbühne

Gleich nach der Aufführung unterhält sich die Autorin von „N–EURO–SE“ offen mit dem Publikum. Eine Mutter, ein Vater und ein Vierzehnjähriger sitzen um einen Esstisch in der Küche. Wie weit kann elterliche Fürsorge gehen, bevor sie zu etwas anderem wird? Was vermittelt heute, im Europa des Jahres 2026, ein Stück über Disziplin, Autoritarismus und die Grenzen der Belastbarkeit? Was bedeutet es, mitten in der Finanzkrise von 2012 so zu schreiben, sodass der Titel nicht übersetzt werden kann, wenn das Wesentliche in der Mitte des Wortes versteckt ist? Das Gespräch entwickelt sich aus den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.

22.00
Begleitveranstaltung: Musikalische Performance – Gruppe Jamchat & Circle Dance Project Hauptbühne

Jamchat ist eine Gruppe von Musikern aus Berlin, die sich , um traditionelle Musik vor allem aus Griechenland zu spielen treffen, aber auch aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem Balkan. Acht Musiker – Violine, zwei Outen, Lafta, Klarinette, Kanonaki, Bassklarinette und Gesang – aus verschiedenen Ecken dieser Region. Lassen Sie die Grenzen auf der Landkarte verschwinden und erleben Sie, wie die Musik dieselbe bleibt! Die Grenzen, die in dieser Region gezogen wurden, haben die Musik von Jamchat nie berührt – und heute Abend auch nicht das TAK.

Sonntag

22.11.2026 tak Theater Aufbau Kreuzberg
13.30
Workshop: Workshop: „Schreib’s auf“ – Gerasimos Bekas tak Village
15.30
Theateraufführung Manoli…! Georgios Neophytou · Hauptbühne Tickets ↗ — Manoli…!
16.30
Im Gespräch mit dem Autor Georgios Neophytou Moderation: Violeta Lupis · Hauptbühne

Gleich nach der Aufführung unterhält sich der Autor von „Manoli...!“ offen mit dem Publikum. Ein Text aus dem Jahr 1986 über den Putsch von 1974, der von der Erinnerungskultur in einer Gemeinschaft handelt, die sich für das Vergessen entschieden hat. Was bedeutet es, über etwas zu schreiben, solange das Schweigen darüber noch anhält? Wie kann ein Monolog 40 Jahre überstehen, und was hört ein Publikum in Berlin heute daraus? Der Autor nennt es einen Dialog, auch wenn die Katze nicht antwortet. Das Gespräch entwickelt sich aus den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.

17.00
Begleitveranstaltung: Konzert – Les Chats Manouches Foyer

Les Chats Manouches sind eine Gypsy-Jazz- und Swing-Band mit Sitz in Berlin. Ihr Repertoire orientiert sich am Stil von Django Reinhardt, mit traditionellem Swing und französischem Chanson. Ein Sonntagnachmittag zwischen zwei Vorstellungen, an dem man einfach nur ein wenig Musik genießen kann, die von Menschen entstanden ist, die ständig unterwegs sind, keine Heimat und vielleicht auch keine Aufenthaltsgenehmigung haben – und die heute auf der ganzen Welt gespielt wird.

18.00
Theateraufführung Hotel Éternité Yiannis Kalavrianos · Hauptbühne Tickets ↗ — Hotel Éternité
19.30
Im Gespräch mit dem Autor Yiannis Kalavrianos Moderation: Violeta Lupis · Hauptbühne

Gleich nach der Vorstellung unterhält sich der Autor von „Hotel Éternité“ offen mit dem Publikum. Ein Hotel, in dem jede Erwähnung von Alter und Tod strengstens verboten ist. Wie schafft man eine Welt, die auf Schweigen und Lügen basiert, die uns beruhigen? Und wenn es euch weniger an ein fiktives Hotel als vielmehr an unsere Realität erinnert, seid ihr vielleicht nicht die einzigen. Das Gespräch entwickelt sich aus den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.

20.00
Begleitveranstaltung: Videovorführung – „21st Century Fragments“ – Riccardo Castagnola & Achilleas Sourlas Foyer

Vorführung eines audiovisuellen Projekts von musiker und Musik Entwickler Achilleas Sourlas zusammen mit dem italienischen Komponisten und Medienkünstler Riccardo Castagnola: Es bewegt sich durch die fragmentierte klangliche und visuelle Landschaft der Gegenwart – eine Archäologie unterbrochener Signale und sich auflösender Formen, in der die Wahrnehmung aus den Trümmern eines gesättigten Zeitalters flüchtige Kohärenz zusammensetzt.

20.30
Begleitveranstaltung: Podiumsgespräch mit den eingeladenen Autor*innen Moderation: Elena Sokratous · Hauptbühne

Die abschließende Diskussion des Festivals bringt alle Autoren auf eine Bühne. Drei Tage, fünf Stücke, fünf sehr unterschiedliche Stimmen:  eine Magd, die Rechenschaft ablegt, eine Familie, deren Mittagessen in etwas Unerwartetem endet, eine Mutter, die mit ihrer Katze spricht, weil niemand sonst zuhört, ein Hotel, das die Zeit abgeschafft hat, drei Monologe über die Liebe. Was verbindet diese Werke, wenn sie überhaupt etwas verbindet? Diese Stücke entstanden im Laufe von fast 40 Jahren. Was hat sich im griechischsprachigen Theater in dieser Zeit verändert, und was ist gleichgeblieben? Und was haben die Autoren selbst aus diesen drei Tagen in Berlin mitgenommen? Das Gespräch entwickelt sich ausgehend von den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.

21.30
Begleitveranstaltung: Festivalabschluss & Danksagungen Hauptbühne
22.00
Begleitveranstaltung: DJ Set – Michail Fotopoulos Foyer

Ein DJ-Set für Lachen und Tränen – für alle Seiten des Lebens. Musik in Moll, von Nostalgie durchdrungene Lieder und Geschichten von Menschen, die die Erfahrung des Kolonialismus geprägt hat – von Kap Verde bis Tunis – treffen auf festliche Rhythmen und Lieder des Lebens, von Serbien bis Kolumbien. Von der Dunkelheit ins Licht, von der Melancholie zum Tanz. Cumbia, wilde Beats, traditionelle Melodien und zeitgenössische Klänge verbinden sich zu einem Set, das sich nicht zwischen Traurigkeit und Freude entscheiden will. Denn das Leben enthält alles.