Plakat: „Ich, Ihre Sklavin“, Vangelis Hatziyannidis. Ein gesprungener schwarzer Kreis, aus dem eine rote Kugel bricht.

Theateraufführung

Ich, ihre Sklavin

Vangelis Hatziyannidis

Tag Freitag 20.11.2026
Uhrzeit 20.00
Ort Griechische Botschaft Berlin
Tickets Gespräch mit dem Autor um 21.00

Zusammenfassung

„Ich, ihre Sklavin“ von Vangelis Hatziyannidis ist ein subversiver Monolog, der den Mythos von Hekabe aus der Perspektive ihrer namenlosen, treuen Sklavin neu beleuchtet, die vor einem unsichtbaren Gremium Rechenschaft über ihre Taten ablegt. Die Sklavin dekonstruiert das Bild der leidenden Königin und enthüllt dabei den Hochmut und die Selbstbezogenheit der Hekabe, die selbst als Gefangene absolute Unterwerfung verlangt. Mit einer schonungslosen und lebendigen Erzählweise schildert sie die Ereignisse nach dem Fall Trojas: die Opferung von Polyxeni und die Ermordung von Polydor, die Hekabe zur Rache treiben. Die Sklavin wird zum Werkzeug des Plans und lockt Polymestor und seine Kinder in die Falle. Ein zutiefst kriegsfeindliches Werk über Macht, Unterwerfung und den Preis, den stets die namenlosen Unschuldigen zahlen müssen.

Anmerkung der Regisseurin
In unserer Lesart wird die Sklavin von einer unsichtbaren und namenlosen Figur zu einer welterfahrenen Botschafterin des Griechentums. Mit Humor und Unmittelbarkeit spricht sie über tiefe Wahrheiten und über eine dunkle und gewalttätige Welt, die leider auf tragische Weise bis heute aktuell geblieben ist.
Elena Sokratous

Barrierefreiheit

  • Auf Griechisch, mit deutschen und griechischen Übertiteln für T*taube und schwerhörige Menschen
  • Verdolmetschung in Griechische Gebärdensprache

Der Autor

Vangelis Hatziyannidis, Nahaufnahme.

Vangelis Hatziyannidis

Vangelis Hatziyannidis wurde 1967 in Serres, Griechenland, geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Athen sowie Schauspiel an der Veaki-Schauspielschule. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er zunächst einige Zeit als Schauspieler, bevor er sich bald ganz der Schriftstellerei widmete, in der er seither ein umfangreiches und vielseitiges Werk geschaffen hat.

Zwischen 2000 und 2022 veröffentlichte er vier Romane und einen Erzählband und verfasste gleichzeitig fünfzehn Theaterstücke. Mehrere seiner Bücher wurden ins Französische, Deutsche, Englische, Italienische, Spanische, Portugiesische, Georgische und Türkische übersetzt und veröffentlicht.

Seine literarische Laufbahn begann mit bedeutenden Auszeichnungen. Sein erster Roman, „Die vier Wände“ (2000), wurde mit dem Preis für das beste Debüt eines Prosaschriftstellers der Zeitschrift Diavazo ausgezeichnet und erhielt in seiner französischen Übersetzung 2004 den internationalen Laure-Bataillon-Preis.

2023 wurde Hatziyannidis mit dem Staatlichen Literaturpreis für seine Novelle „Dein Name“ ausgezeichnet. Auch sein dramatisches Schaffen fand internationale Anerkennung: Sein Theaterstück „Licht auf der Leinwand“ erhielt 2013 beim Theaterfestival Heidelberg Stückemarkt den Publikumspreis (Autorenpreis).

Mitwirkende

Besetzung

Aufgeführt von Zoe Xanthopoulou

Künstlerisches Team

Regie Elena Sokratous
Bewegung Stella Zannou
Bühne Natalie Giannopoulos, Ariella Karatolou
Kostüme Ariella Karatolou
Lichtdesign Natalie Giannopoulos
Musik Michail Fotopoulos
Regieassistenz Nikos Axiotis (Athen), Vaios Kolofotias (Berlin)
Bühnenbildassistenz Eleni Drazinou
Übertitel Natassa Karkatzinou
Übersetzung Ilias Papagiannis
Dolmetscherin (Griechische Gebärdensprache) Androniki Xanthopoulou

Video Aufnahme

Text Dantis Kotsinas
Audio Aufnahme Aris Kyprianou
Visuelle Effekte/Filmedit Blackout VFX
Regie, Kamera & Schnitt Natassa Ioannou

Nach der Aufführung · 21.00

Gespräch mit dem Publikum

Im Gespräch mit dem Autor Vangelis Hatziyannidis (per Video)

Moderation: Violeta Lupis

Gleich nach der Aufführung unterhält sich der Autor von „Ich, ihre Sklavin“ offen mit dem Publikum. Wie entsteht eine Stimme wie die der Sklavin, was bedeutet es, einer Person das Wort zu erteilen, die der Mythos im Dunkeln gelassen hat, was hält einen Text am lebendig, wenn er in eine andere Sprache und eine andere Stadt übersetzt wird? Das Gespräch entwickelt sich aus den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.