Zusammenfassung
„Ich, ihre Sklavin“ von Vangelis Hatziyannidis ist ein subversiver Monolog, der den Mythos von Hekabe aus der Perspektive ihrer namenlosen, treuen Sklavin neu beleuchtet, die vor einem unsichtbaren Gremium Rechenschaft über ihre Taten ablegt. Die Sklavin dekonstruiert das Bild der leidenden Königin und enthüllt dabei den Hochmut und die Selbstbezogenheit der Hekabe, die selbst als Gefangene absolute Unterwerfung verlangt. Mit einer schonungslosen und lebendigen Erzählweise schildert sie die Ereignisse nach dem Fall Trojas: die Opferung von Polyxeni und die Ermordung von Polydor, die Hekabe zur Rache treiben. Die Sklavin wird zum Werkzeug des Plans und lockt Polymestor und seine Kinder in die Falle. Ein zutiefst kriegsfeindliches Werk über Macht, Unterwerfung und den Preis, den stets die namenlosen Unschuldigen zahlen müssen.
In unserer Lesart wird die Sklavin von einer unsichtbaren und namenlosen Figur zu einer welterfahrenen Botschafterin des Griechentums. Mit Humor und Unmittelbarkeit spricht sie über tiefe Wahrheiten und über eine dunkle und gewalttätige Welt, die leider auf tragische Weise bis heute aktuell geblieben ist.
Barrierefreiheit
- Auf Griechisch, mit deutschen und griechischen Übertiteln für T*taube und schwerhörige Menschen
- Verdolmetschung in Griechische Gebärdensprache
Mitwirkende
Besetzung
Künstlerisches Team
Video Aufnahme
Nach der Aufführung · 21.00
Gespräch mit dem Publikum
Im Gespräch mit dem Autor Vangelis Hatziyannidis (per Video)
Moderation: Violeta Lupis
Gleich nach der Aufführung unterhält sich der Autor von „Ich, ihre Sklavin“ offen mit dem Publikum. Wie entsteht eine Stimme wie die der Sklavin, was bedeutet es, einer Person das Wort zu erteilen, die der Mythos im Dunkeln gelassen hat, was hält einen Text am lebendig, wenn er in eine andere Sprache und eine andere Stadt übersetzt wird? Das Gespräch entwickelt sich aus den Fragen derjenigen, die im Saal sitzen.